Über synthesis

Thomas Zimmermann

Thomas Zimmermann ist Schwabe. Einerseits.

Nämlich dann, wenn er "Geldbeutel" statt "Portemonnaie" wie jeder durchschnittliche Deutsche sagt. Oder wenn er zufrieden mit seinem Daimler über die Autobahn fährt und dabei den Chor der Gächinger Kantorei aus den Lautsprechern seines Radios genießt.

Andererseits ist er kein Schwabe.

Etwa dann, wenn er einmal im Jahr im "Feindesland", nämlich am badischen Kaiserstuhl, bei der Weinlese hilft und so einer der ersten ist, der den neuen Jahrgang fachmännisch beurteilen kann. Oder wenn er hochdeutsch redet, was Schwaben ja selbst unter Androhung von Ordnungshaft nicht können. Oder wenn er über den Tellerrand seines Fachs oder des Lebens schaut, was gebürtigen Stuttgartern eigentlich nicht in die Wiege gelegt ist. Doch sein Anspruch "Denken in Möglichkeiten" hat ihn schon früh dem Kessel, in den die schwäbische Landeshauptstadt eingebettet ist, "ade" sagen lassen.

Der 1953 geborene Thomas Zimmermann absolvierte erfolgreich ein Lehramtstudium in Deutsch, Politik und Psychologie und wandte dieses Wissen auch in den ersten drei beruflichen Jahren im heimischen Baden-Württemberg an. Interessanter erschien ihm dann der Job der Leitung einer Einrichtung der Erwachsenenbildung in Nordrhein-Westfalen, wo er für die Integration und Studienvorbereitung von jungen Vietnamesen und Laoten, sogenannten Kontingentflüchtlingen, in Deutschland zuständig war. Nach Abschluss dieses Projektes folgte eine persönliche Weiterbildung in Sachen Betriebswirtschaftslehre (Wirtschaftsakademie Bad Harzburg) sowie eine Lehrtätigkeit an der Universität in Bonn.

Ortswechsel: 1985 Umzug nach Münster und Beginn einer neuen Berufs- und Lebenserfahrung im Vertrieb erklärungsbedürftiger Produkte. Nur ein Jahr später folgte der Umzug ins damals noch geteilte Berlin, der bekanntlich größten Schwäbischen Stadt außerhalb des Ländles. Dort baute Thomas Zimmermann in einer Unternehmensberatung die Sparte Personalberatung auf, ehe er Geschäftsführer dieses Unternehmens wurde. 1995 folgte die Gründung von synthesis mit dem Schwerpunkt Personal- und Unternehmensentwicklung.

Thomas Zimmermann sieht seine Stärken darin, Potenziale in Personen und Organisationen herauszuarbeiten und positiv zu nutzen. Die Führungskräfte- und Teamentwicklung sind Schwerpunkte seiner Arbeit, sein besonderes Interesse gilt der Betrachtung organisationaler bzw. systemischer Zusammenhänge. Mit NLP hat er sich kritisch auseinandergesetzt, er selbst wendet sie im Sinne von Robert Dilts an. Stephen Covey ist ein weiterer berühmter Kollege, der Einfluss auf seine Arbeit hat. Dessen "7 Wege zur Effektivität" gehören zum Handgepäck von Thomas Zimmermann. In seiner intensiven Weiterbildung zum Systemischen Berater bei Prof. Dr. Fritz B. Simon hat er gelernt, Organisationen unter verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und diese Sichtweise in die Organisation zurückzuspielen.

Der Vater zweier (hockeyspielender) Söhne entspannt am liebsten und vor allem am besten beim Golf, beim Laufen oder beim Lesen. Jüngstes privat-berufliches Steckenpferd ist die Erforschung der Wege, als ganzheitliche Person sowohl im beruflichen wie auch im privaten Bereich erfolgreich zu wirken.

Ach ja ... seine Schwäche? Die gibt es natürlich: Er kann seinem Pferd einfach nicht böse sein, das ihn im Sommer 2004 aus dem Sattel warf und ihm daraufhin viel Zeit zum Nachdenken und Lesen gab ... Den Reitsport jedenfalls, den kann Thomas Zimmermann nur noch von der Tribüne aus genießen.